Genussrechte sind Vermögensrechte, die das Unternehmen dem Investor als Gegenleistung für seine Beteiligung überlässt. Sie gewähren Gläubigerrechte, die je nach Ausgestaltung mit Vermögensrechten, wie zum Beispiel die Teilnahme am Gewinn und am Liquidationsgewinn, verknüpft sind.

Genussrechte gewähren keine Mitgliedschaftsrechte wie Stimmrecht, Teilnahme-, Rede-, Antrags- und Anfechtungsrecht in Gesellschafterversammlungen.

Die Rechte sind nicht in einem Gesellschaftsverhältnis, sondern in einem Schuldverhältnis begründet und werden in der Regel zur Kapitalbeschaffung begeben. Mit Ausnahme der „Randrechtsmaterien“ Bankwesengesetz und Versicherungsaufsichtsgesetz sind Genussrechte handelsrechtlich nur im Aktiengesetz und im Unternehmensgesetzbuch geregelt. Die Vorschriften beziehen sich auf die gesellschaftsrechtlichen Genehmigungspflichten sowie auf die Offenlegung im Anhang zum Jahresabschluss.

Genussrechte können ertragsteuerlich entweder Eigenkapital (als Substanzgenussrechte) oder Fremdkapital (als Nominalgenussrechte) darstellen.